Enzyme

Enzyme im Fitness Lexikon erklärt

Wissenswertes über Enzyme

Christian Engel
Autor: Christian Engel
Liz. Coach für Training und Ernährung
aktualisiert am: 24.02.2022

Was sind Enzyme?

Ein Enzym hat die besondere Fähigkeit ein oder mehrere biochemische Reaktionen zu katalysieren. Beinahe alle Enzyme sind Proteine. Eine Ausnahme bildet RNA bzw snRNA.  Oligomere bestehen aus mehreren Proteinketten während andere aus nur einer Proteinkette bestehen, die sogenannten Monomere. Es gibt auch Enzyme, die sich mit anderen zusammenlagern und Multienzymkomplexe bilden. Sie kooperieren und regulieren sich gegenseitig. Andere einzelne Proteinketten sind in der Lage unterschiedliche Enzymaktivitäen auszuüben. Reine Protein Enzyme bestehen, wie der Name schon sagt, aus reinem Protein und zu ihrer Gruppe zählt man beispielsweise das Verdauungsenzym Chymotrypsin. Holoenzyme bestehen aus einem niedermolekularen Molekül und einem Proteinanteil, - dem sogenannten Apoenzym.Ein niedermolekulares Molekül ist kein Protein. Diese beiden Bestandteile sind besonders wichtig für die Funktion eines Enzyms wichtig. Als Koenzyme bezeichnet man die organischen Moleküle als Kofaktoren und wenn diese an das Apoenzym gebunden sind bezeichnet man sie als prosthetische Gruppen. Adenosintriphosphat ( ATP ) und Nicotinamidadenindinukleotid ( NAD ) sind Beispiele für ein Kosubstrat, wobei ATP oft von sogenannten Proteinkinasen als Energiequelle genutzt wird. Außerdem nutzen Enzyme wie die Alkoholdehydrogenase NAD als Elektronenakzeptor. Ein Enzym, welches Eisen, Kupfer - oder Zinkionen als Metallionen benötigt, ist ein Metalloenzym.

Welche Enzyme sind für die Verdauung besonders wichtig?

Lipase

Für die Spaltung von Fetten in einzelne Fettsäuren wird das Enzym Lipase benötigt. Durch die Spaltung in einzelne Fettsäuren können diese nun über die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen. Können Fette vom Körper nicht aufgespalten werden, werden diese unverdaut wieder ausgeschieden. Ist die Fettaufnahme gehemmt können die fettlöslichen Vitamine nur schlecht vom Körper aufgenommen werden.

Protease

Nahrungsproteine werden mit dem Enzym Protease in seine einzelnen Aminosäuren, Di- und Tripeptide aufgespaltet. Diese einzelnen Proteinbestandteile kann der Körper nun über den Darm aufnehmen. Blähungen und Probleme mit der Verdauung sind oft ein Zeichen für einen Mangel an Protease bei einer zu hohen Zufuhr an Nahrungsproteinen.

Amylase

Um Kohlenhydrate zu verarbeiten benötigt der Körper das Enzym Amylase, dieses spaltet die Kohlenhydratketten in einzelne Glukosemoleküle (Einfachzucker) auf.

Cellulase

Pflanzenfasern welche in Obst und Gemüse vorkommen werden mittels Cellulase in verwertbare Nährstoffe aufgespaltet. Werden die Pflanzenstoffe nicht richtig aufgespaltet und verdaut, gären diese im Darm, was zu Blähungen und Verdauungsbeschwerden führen kann. Abhilfe kann eine Supplementierung mit Cellulase schaffen.

Laktase

Viele Menschen leiden unter einer Laktoseintoleranz, da diese zu wenig Laktase bilden um den Milchzucker (Laktose) aufzuspalten. Bei einer Zufuhr von Laktase können meist trotz Laktoseintoleranz, Milchprodukte verzehrt werden.

Enzyme

Welche Rolle spielen Enzyme in der Ernährung der Sportler?

Enzyme wie die aus der Sporternährung bekannten Enzyme Bromelain und Papain spielen eine große Rolle bei der Verdauung der Nahrung. Aus diesem Grund werden die beiden Enzyme aus der Ananas und Papaya auch als eiweißspaltene Enzyme genannt und sind besonder bei Sportler gefragt, die hohe Mengen an Eiweiß über ihre Nahrung aufnehmemen und/oder evtl. Probleme bei der Verdauung von eiweißreicher Nahrung haben.

Vorteile der Enzyme sind:

  • Unterstützung der Verdauung
  • Entzündungshemmende Funtkion
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Wirken als Biokatalysatoren
  • Wichtig für über 300 Stoffwechselvorgänge

Die bekanntesten Enzyme in der Sportnahrungsergänzung sind Papain und Bromelain.