Muscle Mind Connection

Muscle Mind Connection - schöpfe Dein volles Potenzial aus
Muscle Mind Connection - schöpfe Dein volles Potenzial aus

Christian Engel
Autor: Christian Engel
Liz. Coach für Training und Ernährung
aktualisiert am: 14.04.2020

Mind Muscle Connection: Wie du mit deinem Geist dein volles Potenzial ausschöpfst

Du willst stärker werden? Dann solltest du eine Verbindung zwischen Geist und Muskeln herstellen und dich mit dem Thema Mind Muscle Connection befassen.

Wer stärker werden möchte, muss seine Muskeln mit immer schwereren Gewichten stimulieren und auf eine kalorien- und eiweißreiche Ernährung achten. Das ist grundsätzlich richtig, jedoch reichen diese beiden Komponenten allein oft nicht aus, um das volle Potenzial auszuschöpfen und mehr Kraft zu entwickeln. Hier kommt die Muscle Mind Connection – eine Verbindung zwischen deinem Gehirn und deinen Muskeln – ins Spiel, die es dir ermöglicht, das Maximum aus deinen Muskeln herauszuholen.

Muscle Mind Connection: Was ist das genau?

Für die meisten Sportler läuft das Training recht routiniert ab. Man könnte sogar sagen, dass sich bei manchen Athleten irgendwann die Gewohnheit einschleicht, die Übungen nicht mehr ganz so exakt auszuführen und wie im Sturzflug durch das Training zu rauschen. Eine Leistungssteigerung lässt sich damit sicher nicht erzielen.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Neben einer gesunden Ernährung, die viel Eiweiß und eine an das Training angepasste Kalorienzufuhr enthält, ist die Muscle Mind Connection für den Erfolg ausschlaggebend. Denn: Nur wenn der Geist mit den Muskeln kommunizieren kann, wirst du auch die Früchte deiner Arbeit ernten können und langfristig an Kraft gewinnen.

Wer jetzt vielleicht denkt, dass mehr Muskelmasse auch gleichzeitig mehr Kraft bedeutet, liegt jedoch nicht ganz richtig. Zwar kannst du mit einem dicken Bizeps gewöhnlich auch mehr Kraft entwickeln, jedoch bedeutet das nicht, dass Menschen mit weniger Muskeln auch weniger Kraft haben. Ein bestimmtes Gewicht zu bewegen, geht nämlich nicht ausschließlich von deinen Muskeln aus. Vielmehr ist es dein Geist, der die Impulse zur Leistungssteigerung setzt. Sobald dein Geist schwach ist, wirst du auch im Training keine optimalen Fortschritte erzielen können.

Seitstütz verbessert die Kopf Muskel Verbindung
Seitstütz trainiert die Muskelkoordination

Warum die Muscle Mind Connection ebenso wichtig ist wie das Training selbst

Wer seinen sportlichen Erfolg nicht nur von der Ernährung und dem Training abhängig und sich die Muscle Mind Connection zunutze macht, kann weitaus bessere Erfolge erzielen als jemand, der die Methode nicht kennt. Es macht also durchaus Sinn, die Verbindung zwischen Muskeln und Geist zu trainieren und alle Vorteile voll auszuschöpfen.

Diese Vorteile hat die Muscle Mind Connection:

  1. Du kannst deine Muskelkoordination verbessern.
  2. Du kannst muskuläre Asymmetrien ausgleichen.
  3. Du hast mehr Spaß am Training.
  4. Du nimmst deinen Körper besser wahr.
  5. Du kannst deine Kraft durch den bewussten Einsatz mehrerer Muskeln verstärken.

Nachfolgend werden wir dir die Vorteile einer Muscle Mind Connection etwas näher beschreiben.

Welche Vorteile hat die Muscle Mind Connection?

1. Vorteil: Du kannst deine Muskelkoordination verbessern

Das ist vermutlich einer der größten Vorteile der Muscle Mind Connection. Schließlich geht jede einzelne Bewegung von deinem Geist aus. Verantwortlich ist das zentrale Nervensystem (ZNS), das die Nervenimpulse direkt an deine Muskeln weiterleitet. Je fokussierter du dabei bist, desto besser kannst du auch auf deine Muskeln einwirken, indem du zum Beispiel jede einzelne Bewegung nachspürst und somit einen besseren „Pump“ beim Training erzielst.

Andersherum bedeutet dies natürlich auch, dass die Koordination deiner Muskeln nachlässt, sobald du deine Muscle Mind Connection vernachlässigst, was wiederum eine Minderung deiner Kraft zur Folge hat. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du eine Übung unsauber ausführst und dadurch eher Verletzungen riskierst, als das Potenzial voll auszuschöpfen.

Bei der Koordination unterscheidet man grundsätzlich zwischen der intermuskulären und intramuskulären Koordination. Mit der intermuskulären Koordination koordinierst du mehrere Muskeln (bei einer Bewegung) gleichzeitig, während man mit der intramuskulären Koordination vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Muskelfasern eines einzigen Muskels meint.

Grundsätzlich gilt: Je häufiger du eine Bewegung ausführst, desto besser und schneller kannst du deine Muskeln auch koordinieren. Voraussetzung ist jedoch, dass du die Bewegung sauber durchführst, damit sich eine gute Muscle Mind Connection entwickeln kann. Erst wenn du die Übung perfekt beherrscht, solltest du zu schwereren Gewichten greifen.

Der Körper ist dabei in erster Linie bestrebt, sein volles Kraftpotenzial voll auszuschöpfen. Sobald es erschöpft ist, baut er Muskeln auf.

2. Vorteil: Du kannst muskuläre Asymmetrien ausgleichen

Jeder hat eine „Schokoladenseite“. Was die meisten Menschen nicht stört, kann im Bodybuilding schnell zum Problem werden, wenn bestimmte Muskeln auf der einen oder anderen Seite stärker ausgeprägt sind.

Meistens sieht die Seite etwas muskulöser aus, die du im Alltag am häufigsten benutzt, wie es beispielsweise bei Rechts- oder Linkshändern der Fall ist. Das ist eine Tatsache, die du so nicht ändern kannst. Was du jedoch tun kannst, um deine Muscle Mind Connection zu verbessern, ist, diese Asymmetrien auszugleichen, indem du zum Beispiel:

  • die schwächere Seite öfter im Alltag gebrauchst,
  • mit freien Gewichten anstelle von Maschinen trainierst,
  • die schwächere Seite etwas mehr in das Training einbindest, sodass sich die stärkere Seite an der schwächeren orientiert und nicht umgekehrt.
Freihanteltraining verbessert muskuläre Asymetrien
Freihanteltraing kann Asymetrien verbessern

3. Vorteil: Du hast mehr Spaß am Training

Spaß ist ein wesentlicher Faktor beim Training, den du niemals vernachlässigen solltest. Wenn dir das Training nämlich keinen Spaß (mehr) macht, solltest du dringend umdenken, da du in diesem Fall keine Fortschritte mehr erzielen kannst. Spaß und Leidenschaft sind der Schlüssel zum Erfolg und eine Geheimwaffe für mehr Kraft im Training.

Oftmals reicht es schon aus, ein paar Übungen auszutauschen, um wieder mehr Schwung in das Training zu bringen. Dass wir den Spaß am Training verlieren, liegt oftmals daran, dass wir nicht zu 100 Prozent dabei sind. Viel zu häufig denken wir an das, was wir nachher noch zu erledigen haben, anstatt sich voll und ganz auf die jeweilige Übung einzulassen.

Muscle Mind Connection heißt in diesem Fall, seinen Geist unter Kontrolle zu halten und in das Training zu versinken. Wenn dir das gelingt und du dich auf jede einzelne Bewegung konzentrierst und deine Muskeln spürst, bist du im sogenannten „Flow“, der dich bis an die Grenze deiner Leistungsfähigkeit führt.

Je besser du in den Flow kommst, desto besser kannst du dich auch auf das Training konzentrieren und desto mehr Fortschritte wirst du erzielen. Das bringt wiederum mehr Spaß und Freude im Training, was dich zu Höchstleistungen anspornen und letztendlich zu einem Kraftzuwachs führen kann.

4. Vorteil: Du nimmst deinen Körper besser wahr

Seinen Körper besser wahrzunehmen, ist ein wesentlicher Vorteil der Muscle Mind Connection. Denn: Nur wenn du die jeweiligen Muskeln beim Training richtig spürst, wirst du dich weiterentwickeln und deine Ziele erreichen können. Insbesondere Anfänger spüren ihre Muskeln oft kaum, weshalb sie das Training auch nicht richtig ausreizen können.

Wer sich jedoch in seinen Muskel „einfühlen“ kann und jede Bewegung ganz bewusst ausführt, kann die Muskeln auch optimal reizen, was wiederum zu einem Kraftzuwachs (und Muskelaufbau) führt.

5. Vorteil: Du kannst deine Kraft durch den bewussten Einsatz mehrerer Muskeln verstärken

Muscle Mind Connection bedeutet auch, nicht nur einen, sondern mehrere Muskeln für eine bestimmte Bewegung einzusetzen, um somit mehr Kraft entwickeln zu können. Damit sind keine Ausweichbewegungen oder ein Abfälschen gemeint, sondern eine Bewegung, die von anderen Muskelgruppen unterstützt wird.

So kann das Bankdrücken beispielsweise effektiver sein, wenn du dabei nicht nur die Brust- und Armmuskulatur, sondern den gesamten Körper anspannst, um noch mehr Energie in die zu trainierenden Muskeln zu leiten und somit einen noch größeren Effekt zu erzielen. Das gleichzeitige Anspannen mehrerer Muskelgruppen hat übrigens einen weiteren Vorteil: Es verleiht dir mehr Stabilität und kann sich positiv auf deine Körperspannung und Körperhaltung auswirken, was wiederum zu einer Vorbeugung von Verletzungen führen kann.

Vollständige Körperspannung auch beim Bankdrücken für bessere Musle Mind Connection
Vollständige Körperspannung auch beim Bankdrücken

Wie du deine Muscle Mind Connection verbessern kannst

Der wichtigste Aspekt, den du bei der Verbesserung deiner Muscle Mind Connection nicht vergessen darfst, ist, dich voll und ganz auf das Training einzulassen und dich auf jeden einzelnen Muskel zu konzentrieren, den du gerade trainierst. Spüre, wie du ihn in der Endbewegung anspannst, damit jede einzelne Faser kontrahiert. Spanne zusätzlich den gesamten Körper an, um so viel Energie wie möglich in den Zielmuskel zu führen. Und was am wichtigsten ist: Blende alle Gedanken aus, die nicht mit deinem Training zu tun haben, weil sie das völlige Ausschöpfen deines Potenzials nur behindern würden.

Diese Faktoren können dir bei jeder Übung zugutekommen. Die Muscle Mind Connection wird dir dabei helfen, das Beste aus deinen Muskeln herauszuholen und deine Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Je konzentrierter du bist, desto weniger läufst du auch Gefahr, dich beim Training zu verletzen.

Nachfolgend geben wir dir noch ein paar Tipps an die Hand, die dich bei der praktischen Umsetzung der Muscle Mind Connection unterstützen und dir ein besseres Gefühl für deine Muskeln geben können.

Diese Tipps können dir bei der Muscle Mind Connection behilflich sein

Es gibt einige Optionen, die dir dabei helfen können, deine Muscle Mind Connection fortwährend zu verbessern. Eine der besten Möglichkeiten ist, die Muskeln am obersten Punkt der Bewegung für ein paar Sekunden bewusst anzuspannen, um das Maximum aus ihnen herauszuholen. Du wirst dadurch zwar weniger Wiederholungen schaffen, jedoch wird sich die Methode auf deine Leistungsfähigkeit positiv auswirken.

Oft bietet sich diese Übung in Kombination mit einem Supersatz an, um beispielsweise erst einen Satz Bankdrücken zu machen, bevor du die Brustmuskeln mit einem Satz fliegende Bewegungen auszureizt.

Übrigens: Einen ähnlichen Effekt kannst du mit dem Posing erzielen, wenn du bestimmte Muskelgruppen für einen Moment anspannst und dann in andere Pose wechselst. Die Muscle Mind Connection funktioniert hier sogar sehr gut, weil du dich beim Posing im Spiegel ansehen kannst. Wenn du regelmäßig vor dem Spiegel posierst, bekommst du auch ein besseres Gefühl beim Training, einzelne Muskeln geziehlt zu kontrahieren.

Wenn Du noch keine Erfahrung im Posing hast, empfehlen wir Dir unseren Posing Workshop.

Eine dritte Möglichkeit, die Muscle Mind Connection zu verbessern, sind statische Übungen, wie zum Beispiel

  • der Unterarmstütz,
  • der seitliche Unterarmstütz,
  • Squat Hold,
  • L-Sit.
Planck statische Übung für eine bessere Musle Mind Connection
Planck statische Übung für eine bessere Musle Mind Connection

Sie sind zwar gerade für Anfänger sehr anspruchsvoll, können dir jedoch bei richtiger Ausführung dabei helfen, eine bessere Muscle Mind Connection zu entwickeln.

Fazit

Wer die Muscle Mind Connection beherrscht, ist anderen Athleten weit überlegen. Durch die Verbindung von Geist und Muskeln kannst du nämlich sehr viel mehr Kraft generieren, die wiederum zu einem besseren Muskelaufbau führen und dich im Training (und Wettkampf) weit nach vorne bringen kann. Spezielle Techniken, wie das Posing und die bewusste Anspannung, helfen dir dabei, die zu trainierenden Muskeln genau zu spüren, jede Bewegung korrekt auszuführen und ganz nebenbei zur Verringerung von Verletzungen beizutragen.