Schneller Abnehmen durch braunes Fettgewebe

Braunes Fettgewebe aktivieren und schneller abnehmen
Schneller abnehmen durch Aktivierung von braunem Fettgewebe

Christian Engel
Autor: Christian Engel
Liz. Coach für Training und Ernährung
aktualisiert am: 23.09.2020

Braunes Fettgewebe aktivieren: So kannst du noch besser abnehmen

Braunes Fettgewebe kann die Fettverbrennung verbessern, während weißes Fettgewebe Fett speichert. Ein Grund mehr, die Bildung von braunem Fettgewebe anzuregen.

Braunes Fettgewebe? Dieser Begriff ist vielen Menschen neu. Dabei weist der menschliche Körper zwei unterschiedliche Arten von Fett auf. Einerseits bestehen wir aus weißem Fettgewebe – eine Art von Fett, die in unserem Körper sehr viel häufiger vorkommt und die hauptsächlich zur Speicherung von Fett dient. Im Gegensatz dazu ist das braune Fettgewebe relativ unbekannt. Da es für die Fettverbrennung jedoch von großer Bedeutung ist, solltest du ab heute versuchen, das braune Fettgewebe in deinem Körper zu aktivieren.

Was ist braunes Fettgewebe?

Dass der menschliche Körper aus zwei unterschiedlichen Fettgeweben besteht, ist für viele Menschen neu. Normalerweise wird das menschliche Fettgewebe auf anatomischen Karten immer weiß dargestellt. Dennoch bestehen wir nicht nur aus weißem, sondern auch aus braunem Fettgewebe.

Dass im Allgemeinen immer nur von „Fett“ und selten von braunem Fettgewebe die Rede ist, liegt vermutlich daran, dass das braune Fettgewebe erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Braunes Fett soll nämlich eine „Geheimwaffe“ bei der Fettverbrennung sein. Dies kommt durch eine direkte Erzeugung von Wärme zustande, auch Thermogenese genannt.

Im Gegensatz zum weißen Fett ist das braune Fettgewebe von einer Vielzahl an Blutgefäßen und Nerven durchzogen und besteht darüber hinaus aus einer großen Anzahl an Mitochondrien. Mitochondrien werden auch als die kleinsten Kraftwerke unseres Körpers bezeichnet. Sie sind zusätzlich in den Muskelzellen enthalten und für die Energiebereitstellung (ATP) zuständig.

Leider ist der Anteil an braunem Fettgewebe im menschlichen Körper sehr gering, während der Anteil an weißem Fettgewebe sehr hoch ist. Säuglinge bestehen zum Beispiel noch zu etwa fünf Prozent aus braunem Fettgewebe, das sich im Bereich der Brust und des Rückens konzentriert, um sie vor Kälte zu schützen. Mit fortschreitendem Alter nimmt das Fettgewebe jedoch kontinuierlich ab, obwohl es für uns immer noch von großer Bedeutung ist.

Was ist braunes Fettgewebe und wie unterscheidet es sich von anderen Fettzellen?
Illustration - Wie ist braunes Fettgewebe aufgebaut?

Was ist weißes Fettgewebe?

Der Unterschied zwischen braunem und weißem Fettgewebe ist, dass das weiße Fettgewebe Fett einlagert, während das braune Fettgewebe Fett (Kalorien) verbrennt, indem es Wärme erzeugt. Das weiße Fettgewebe dient also in erster Linie zur Speicherung von Energie – das braune setzt hingegen Energie in Wärme um, um uns im Extremfall vor dem Kältetod zu bewahren. Das weiße Fettgewebe schützt uns ebenfalls vor Kälte, allerdings kann es selbst keine Wärme erzeugen.

Da die weißen Fettzellen zu etwa 90 Prozent aus Fett bestehen, können sie auch relativ viel Fett aufnehmen. Im Gegensatz dazu haben braune Fettzellen nur halb so viel Fett. Dennoch ist das weiße Fett nicht schlecht. Ganz im Gegenteil: Es ist sogar lebenswichtig, weil es uns in schlechten Zeiten als Notreserve dient. Durch den hohen Anteil an weißem Fettgewebe könnten wir – je nach Fettanteil – bis zu 40 Tage ohne Nahrung auskommen.

Vorteile von braunem Fettgewebe

Dass das braune Fettgewebe Fett verbrennt, um Energie in Form von Wärme zu erzeugen, hat den großen Vorteil, dass das Fett nicht eingelagert wird. Nun geht man davon aus, dass wir mehr Fett verbrennen könnten, je mehr braunes Fettgewebe der Körper hat, was auch zu einem geringeren Anteil an weißem Fettgewebe führen würde. Sobald der Anteil an braunem Fettgewebe etwas höher ist, könnte man problemlos einen Cheat Day einlegen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben.

Leider ist bei vielen Menschen oft das Gegenteil der Fall, da der Körperfettanteil an weißem Fett viel zu hoch ist. Weiße Fettzellen haben jedoch das Bestreben, entweder neue Fettzellen zu bilden oder die vorhandenen Zellen zu vergrößern, um noch mehr Fett zu speichern. Dies macht sich jedoch langfristig in Form von Übergewicht bemerkbar.

Umfassende Studien stehen zu diesem Thema zwar noch aus, jedoch vermutet man, dass das braune Fettgewebe aufgrund seiner Eigenschaften viele Vorteile für die Gesundheit haben könnte. So könnte es zum Beispiel dabei helfen, den Blutzucker zu normalisieren und die Blutfettwerte zu senken.

Stellt sich nur noch die Frage, wie wir das braune Fettgewebe aktivieren oder vermehren können und das weiße Fettgewebe in braunes umwandeln können.

Braunes Fettgewebe aktivieren mit diesen Alltagstipps

Wer sein braunes Fettgewebe aktivieren und die körpereigene „Fettverbrennungsmaschine“ für sich nutzen möchte, kann dies ganz leicht mit ein paar einfachen Alltagstipps tun. Bislang geht man davon aus, dass sich das braune Fettgewebe in jedem Alter aktivieren lässt, da wir auch im höheren Alter immer noch einen gewissen, wenn auch verschwindend geringen, Anteil an braunem Fett haben.

1. Kälte für mehr braunes Fettgewebe

Da das braune Fettgewebe das Fett zur Erzeugung von Wärme nutzt, lässt es sich leicht durch Kälte aktivieren. Je kälter der Reiz ist, und desto länger er andauert, desto mehr Energie muss der Körper auch aufbringen, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Kalte Duschen und Eisbäder sind zur Aktivierung und Bildung des braunen Fettgewebes ideal.

Ob du bei kalten Außentemperaturen in den See springst oder die Badewanne mit Eiswürfeln füllst, ist vollkommen egal. Hauptsache ist, dass du deinen Körper einem Kältereiz aussetzt.

Doch Vorsicht: Allzu lange sollte das Eisbad allerdings nicht dauern, da es sonst leicht zu Erfrierungen kommen kann. Auch solltest du deinen Körper langsam an die Kälte gewöhnen und nicht gleich beim ersten Mal in das Eiswasser springen.

2. Raumtemperatur senken

Du willst mehr braunes Fettgewebe? Dann solltest du aus deiner Komfortzone heraustreten und die Raumtemperatur senken. Ein Grad weniger soll bereits ausreichen, um den Körper zur Bildung von braunem Fettgewebe zu zwingen.

3. Mehr braunes Fett mit Sport

Ob Sport dabei helfen kann, das braune Fettgewebe zu aktivieren, ist hier eher zweitrangig, da er sowieso zur Fettverbrennung beiträgt. Viel interessanter ist die Frage, ob er auch zur Bildung von braunem Fett beitragen kann. Man geht davon aus, dass ein recht unbekanntes Protein namens Irisin zur Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe beitragen kann. Der Körper kann das Protein selbst bilden, wobei Sportler das Protein in wesentlich größeren Mengen bilden können als Nichtsportler.

Wie viel Sport nötig ist, um das braune Fettgewebe zu aktivieren, weiß man allerdings (noch) nicht. Fest steht jedoch, dass Bewegung dem Körper dabei hilft, das Protein zu bilden.

Braunes Fettgewebe aktivieren mit Nahrungsergänzungsmitteln

1. Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften zur Herstellung von Anti-Aging-Mitteln verwendet wird. Außerdem soll das Mittel die Fettverbrennung unterstützen können, indem es sogenannte UCPs (uncoupling proteins = entkoppelnde Proteine) aktivieren kann, die sich ausschließlich in braunem Fett befinden. Diese Proteine sollen angeblich dafür sorgen können, dass die zugeführten Kalorien zu 100 Prozent in Wärme umgewandelt werden können.

2. Chili

Chili ist ein ganz normales Lebensmittel und Gewürz, das nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch das braune Fettgewebe aktivieren kann. Für den Effekt ist der in den Chilischoten enthaltene Wirkstoff Capsaicin verantwortlich, der die Entwicklung von braunem Fettgewebe fördern könnte. Der Effekt soll sogar verstärkt werden, wenn der Verzehr von Capsaicin mit Kältereizen kombiniert wird. Zu viel Chilis solltest du allerdings nicht essen, da die scharfen Inhaltsstoffe den Magen reizen können.

3. Curcumin

Curcumin – der gelbe Wirkstoff in Kurkuma – soll sich ebenfalls positiv auf das braune Fettgewebe auswirken können, vor allem, wenn er mit dem in schwarzem Pfeffer enthaltenen Wirkstoff Piperin kombiniert wird. Angeblich soll Curcumin auf bestimmte Gene einwirken können, die womöglich zur Aktivierung des braunen Fettgewebes beitragen.

4. Grüntee-Extrakt

Grüner Tee, besser noch als Grüntee-Extrakt, ist ein beliebter Fatburner, der beim Abnehmen helfen kann. Einerseits kann Grüntee die Fettverdauung behindern, während er auf der anderen Seite die Fettverbrennung verbessern kann, indem er zu einer Vermehrung der in braunem Fettgewebe enthaltenen Mitochondrien beitragen soll. Dies wiederum kann dazu führen, dass der Körper mehr braunes Fettgewebe bildet.

5. Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die in erster Linie in fettreichem Fisch enthalten sind. Allerdings kommen sie auch in bestimmten Samen, wie zum Beispiel Lein- und Hanfsamen und deren Pflanzenöle, vor. Derzeit vermutet man, dass das braune Fettgewebe sich durch den gesteigerten Verzehr von Omega-3-Fettsäuren vermehren kann. Gleichzeitig sollen Omega-3-Fettsäuren das weiße Fettgewebe reduzieren können.

Hast du eigentlich gewusst, dass der Mensch auch beige Fettzellen besitzt? Forscher vermuten, dass dieser Effekt durch eine Umwandlung von weißen Fettzellen in braune Fettzellen zustande kommt, da das beige Fettgewebe ebenfalls einen höheren Anteil an Mitochondrien aufweist. Sobald die Zufuhr von bestimmten Nährstoffen oder die äußeren Reize zur Aktivierung des braunen Fettgewebes jedoch ausbleiben, kann sich das beige Fettgewebe auch wieder in weißes Fettgewebe umwandeln.

6. Sulforaphan

Neben vielen bekannten Nährstoffen gibt es auch einige Wirkstoffe, die vom Namen her noch relativ unbekannt sind. Sulforaphan ist zum Beispiel ein Pflanzenstoff, der in Brokkoli-Sprossen und Kohlgemüse vorkommt. Ihm werden entzündungshemmende, entgiftende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, daneben soll er die Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe fördern können. Außerdem soll Sulforaphan zur Reduzierung von Bauchfett beitragen können.

Seine entzündungshemmende Wirkung soll sich vor allem bei Übergewicht positiv auf den Körper auswirken können. Weißes Fettgewebe hat nämlich die Tendenz, entzündliche Botenstoffe auszuschütten, die dann wiederum Entzündungen und chronische Erkrankungen begünstigen können.

7. Resveratrol

Hast du schon einmal etwas von Resveratrol gehört? Hierbei handelt es sich um einen Pflanzenstoff, der vor allem in roten Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren und Pflaumen enthalten ist. Dass er hauptsächlich in der Haut von roten Weintrauben steckt, soll die „gesundheitsfördernde“ Note von Rotwein ausmachen, obwohl Alkohol stets in Maßen genossen werden sollte. Interessant ist, dass man ferner die Vermutung anstellt, dass Resveratrol ebenfalls zur Aktivierung des braunen Fettgewebes beitragen kann, am besten in Verbindung mit Kälte.

Fazit

Braunes Fettgewebe zu aktivieren ist gar nicht so schwer, allerdings sollten die hier genannten Tipps kontinuierlich in den Alltag oder in die Ernährung integriert werden, um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen. Neben gezielten Kältereizen und Sport kann eine gesunde und aus vielen Vitalstoffen bestehende Ernährung – kombiniert mit einzelnen Nahrungsergänzungsmitteln – zur Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe beitragen.

Mit einer Kombination von mehreren Maßnahmen lässt sich zwar ein größtmöglicher Effekt erzielen, jedoch reicht die Umsetzung einzelner Tipps für den Anfang bereits aus, um wirkungsvolle Reize zu setzen. Grüntee-Extrakt, Omega-3-Fettsäuren und Kurkuma (Curcumin) gehören sicherlich zu den favorisierten Nahrungsergänzungsmitteln, da sie für ihre positive Wirkung auf die Fettverbrennung bekannt sind.