Umfrage unter 200 Whey-Nutzern in Deutschland, September 2026
Whey wird teurer: 85% der Nutzer spüren es, 43% sind schon auf dem Absprung
Der Rohstoff Molke ist 2026 auf ein neues Preisniveau gestiegen. Wir haben 200 Menschen in Deutschland gefragt, die Whey-Protein nutzen oder genutzt haben, was davon bei ihnen ankommt. Das Ergebnis: Die Preiserhöhung ist längst in den Küchen angekommen, und die Loyalität zum Whey ist deutlich dünner als der Markt annimmt.
spüren, dass ihr Whey im letzten Jahr teurer geworden ist. Nur 0,5% sagen: günstiger.
sind entweder schon auf eine Alternative umgestiegen oder suchen aktiv nach einer.
schließen einen Wechsel vom Whey aus.
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Die Kernergebnisse auf einen Blick
- 85% der befragten Whey-Nutzer sagen, ihr Protein sei im letzten Jahr teurer geworden. 27% sprechen von „deutlich teurer“. Genau eine von 200 Personen hat einen Preisrückgang wahrgenommen.
- Jüngere spüren es stärker: Unter den 18- bis 29-Jährigen nehmen 92% einen Preisanstieg wahr, unter den 45- bis 65-Jährigen 75%.
- Nur 11% schließen einen Wechsel auf eine andere Proteinquelle aus. 10% sind bereits komplett umgestiegen, 33% suchen aktiv nach Alternativen, 47% sind offen, suchen aber nicht aktiv.
- Eine Alternative muss unter 30€ pro Kilo kosten. Bei einem Kilopreis von 25€ würden 81% der Wechselbereiten umsteigen, bei 30€ noch 56%, bei 35€ nur 26% und bei 40€ lediglich 11%. Genau eine Person von 178 würde unabhängig vom Preis beim Whey bleiben.
- Geschmack schlägt Klima: 74% nennen Geschmack und Konsistenz als „äußerst wichtig“ für die Entscheidung gegen Whey. Umwelt und CO2-Fußabdruck nennen nur 23%. Dieser Wert liegt in allen drei Altersgruppen praktisch gleich.
- Der Preisvorteil hat die Seiten gewechselt: 47% halten pflanzliche Proteinpulver inzwischen für günstiger als Whey, nur 16% für teurer.
Der Rohstoff hinter dem Preis: warum Whey 2026 teurer wurde
Whey-Protein ist ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Wird bei der Käseproduktion das Milcheiweiß Casein abgetrennt, bleibt Molke zurück, die getrocknet und aufkonzentriert zu Molkenproteinkonzentrat (WPC) oder Isolat (WPI) verarbeitet wird. Jahrzehntelang war dieser Rohstoff billig, weil er als Abfall der Käseindustrie galt. Dieser Status hat sich 2026 aufgelöst.
Entscheidend für den Preis im Regal ist allerdings nicht die Molke selbst, sondern die Proteinfraktion daraus. Am Markt gehandelt werden drei Stufen: Molkenpulver mit rund 12% Protein, Molkenproteinkonzentrat WPC-80 mit 80% und Molkenproteinisolat WPI-90 mit 90%. Wie knapp der Rohstoff ist, zeigt die Stoffbilanz: Kuhmilch enthält rund 3,3% Protein, davon sind nur etwa 0,6 Prozentpunkte Molkenprotein. Der Rest ist Casein und geht in den Käse. Rechnerisch stecken in 1.000 Litern Milch damit rund sechs Kilogramm Molkenprotein. In der Praxis werden inklusive Verarbeitungsverlusten rund 200 Liter Milch je Kilogramm reines Molkenprotein gerechnet.
Quellen: top agrar vom 14.08.2026; Verbraucherzentrale NRW
Zwischen Oktober 2025 und Juli 2026 haben sich diese drei Stufen sehr unterschiedlich entwickelt. Molkenpulver stieg von 900 auf 1.320€ pro Tonne, ein Plus von 47%. WPI-90 stieg von 20.500 auf 32.500€, ein Plus von 59%. WPC-80, der Rohstoff für den Großteil aller Proteinpulver, stieg von 12.500 auf 27.500€ pro Tonne. Das sind 120% in neun Monaten.
Quelle: top agrar vom 14.08.2026, Handelsdaten von Tom Booijink, Marktexperte der Rabobank
Ein Hinweis zur Datenlage, der die ganze Debatte erklärt: Für Molkenproteinkonzentrate gibt es keine öffentlichen Notierungen. Anders als bei Butter oder Magermilchpulver veröffentlicht keine Behörde einen Index, der Markt ist weitgehend intransparent. Verfügbar sind Handelsdaten einzelner Marktbeobachter. Genau deshalb verlassen sich viele Berichte auf den Preis für Süßmolkenpulver, der zwar öffentlich erhoben wird, aber ein anderes Produkt beschreibt und die Entwicklung deutlich unterzeichnet.
Wie stark sich der Markt gedreht hat, zeigt eine Bemerkung, die in der Branche kursiert und die der Rabobank-Experte zitiert: Käse werde langsam zum Nebenprodukt der Molkenprotein-Herstellung. Entsprechend investieren Molkereien: DMK steckt 26 Millionen Euro in die WPC-80-Herstellung am Standort Edewecht, FrieslandCampina 90 Millionen in hochwertige Molkenproteine, Tirlan in Irland 126 Millionen in die Whey-Produktion.
Quelle: top agrar vom 14.08.2026
Im Regal ist das angekommen, und zwar in einem einzigen Sprung. Eine Auswertung von 11,8 Millionen Preispunkten aus 49 Shops zeigt für Whey-Konzentrat einen Anstieg des Medianpreises von 23,90 auf 33,95€ pro Kilogramm zwischen Juli 2025 und Mai 2026, für Isolat von 39,90 auf 49,99€. Der Weg dorthin war nicht gleichmäßig: Bis Januar 2026 lag der Konzentrat-Median stabil zwischen 23 und 25€, im Februar sprang er auf 33,25€ und blieb danach bis Mai auf diesem Niveau.
Für das Markensegment liegen die Preise höher. Wir haben am 31. August 2026 die Preise von fünf bekannten Whey-Marken im deutschen Handel erhoben und auf den Kilopreis umgerechnet. Die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar: Der Median stammt aus 49 Shops über das gesamte Konzentrat-Angebot, unsere Erhebung erfasst fünf Markenprodukte zu einem Stichtag. Das Ergebnis liegt zwischen 46 und 61€ pro Kilogramm, im Median bei 52€. Entscheidend ist dabei die Umrechnung: Vier der fünf Dosen enthalten weniger als ein Kilogramm. Ein Regalpreis von 41,90€ für eine 800-Gramm-Dose entspricht einem Kilopreis von 52,38€. Wer nur auf den Preis der Dose schaut, unterschätzt die Verteuerung systematisch.
Quellen: ProteinDB-Preisdatenbank, Mai 2026; eigene Preiserhebung vom 31.08.2026
85% spüren die Preiserhöhung, nur eine Person von 200 spürt das Gegenteil
Die Frage lautete: „Wie hat sich der Preis für dein Whey-Protein im letzten Jahr verändert?“ Die Antwortverteilung ist für eine Verbraucherumfrage ungewöhnlich eindeutig: 59% sagen „etwas teurer geworden“, 27% „deutlich teurer geworden“. 13% sagen, der Preis sei ungefähr gleich geblieben, 2% ist die Entwicklung nicht aufgefallen, und 0,5%, also eine einzige Person, spricht von einem günstigeren Preis.
Dass nur eine einzige von 200 Personen einen Preisrückgang wahrgenommen hat, ist der eigentliche Befund. Preiserhöhungen werden im Lebensmittelbereich normalerweise unterschiedlich wahrgenommen, weil Aktionspreise, Rabattcodes und Packungsgrößen das Bild verwischen. Beim Whey funktioniert diese Verwischung offenbar nicht mehr.
Auffällig ist das Altersmuster, auch wenn die Untergruppen klein sind. Je jünger die Befragten, desto klarer die Wahrnehmung: 92% der 18- bis 29-Jährigen nehmen einen Preisanstieg wahr, 84% der 30- bis 44-Jährigen und 75% der 45- bis 65-Jährigen. Eine plausible Erklärung: Jüngere Nutzer kaufen häufiger in größeren Mengen, vergleichen stärker online und haben einen kleineren Budgetrahmen, in dem ein Kilopreis-Sprung von mehreren Euro sofort auffällt.
Nur 11% bleiben sicher beim Whey
Die zweite Frage zielte auf die Konsequenz: „Wie sehr denkst du darüber nach, von Whey auf eine andere Proteinquelle umzusteigen?“ 47% sind offen, suchen aber nicht aktiv. 33% suchen aktiv und wollen bald wechseln. 10% sind bereits komplett umgestiegen, und 11% schließen einen Wechsel aus.
Zusammengefasst: 43% haben den Wechsel entweder schon vollzogen oder arbeiten aktiv daran. 89% schließen ihn nicht aus. Für eine Produktkategorie, die über Jahrzehnte als gesetzter Standard der Sporternährung galt, ist das ein bemerkenswert dünnes Fundament.
Wichtig für die Einordnung: Alle Befragten nutzen Whey aktuell oder haben es früher genutzt. Es handelt sich also nicht um allgemeine Konsumenten, sondern um die Bestandsnutzer der Kategorie. Für diese Gruppe ist der Wert damit aussagekräftig, für die Gesamtbevölkerung nicht.
Ein Hinweis zur Belastbarkeit: Aufgeteilt nach Nutzungstyp schließen 13% der gelegentlichen, 11% der regelmäßigen und 5% der ehemaligen Nutzer einen Wechsel aus. Diese Untergruppen sind klein, bei den ehemaligen Nutzern entspricht der Wert einer einzelnen Person von 22. Als Muster ist das nicht belastbar, als Größenordnung zeigt es, dass die Ablehnung in keiner Gruppe hoch ist. Und die aktive Suche ist bei den 30- bis 44-Jährigen am stärksten ausgeprägt (45%), während sie bei den über 45-Jährigen auf 33% zurückgeht.
Der Preisdruck ist dabei sichtbar, aber nicht der einzige Auslöser: Unter denen, die einen deutlichen Preisanstieg wahrgenommen haben, sind 49% aktiv auf der Suche oder schon gewechselt. Bei denen, für die der Preis gleich geblieben ist, sind es 39%. Der Abstand liegt innerhalb der Fehlertoleranz dieser Untergruppen und belegt keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Auffällig ist vielmehr, dass die Wechselbereitschaft auch ohne wahrgenommene Preiserhöhung hoch bleibt.
Was eine Alternative kosten darf
Wir haben gefragt, ab welchem Kilopreis die Befragten ihr Whey gegen eine günstigere Alternative tauschen würden. Die Antworten ergeben eine Nachfragekurve für die Alternative: Je günstiger sie ist, desto größer der Anteil, der umsteigen würde. Bei 20€ pro Kilo würden 99% der Wechselbereiten umsteigen, bei 25€ 81%, bei 30€ 56%, bei 35€ 26% und bei 40€ nur noch 11%.
Der Preiskorridor, in dem eine Alternative die Mehrheit erreicht, liegt zwischen 25 und 30€ pro Kilo. Bei 25€ erreicht sie vier von fünf Wechselbereiten, bei 35€ nur noch jeden Vierten.
Und hier liegt die eigentliche Lücke. Bekannte Whey-Marken kosten im deutschen Handel derzeit zwischen 46 und 61€ pro Kilogramm, im Median 52€. Die Zahlungsbereitschaft für eine Alternative endet dagegen weit darunter: Bei 35€ würde noch jeder Vierte umsteigen, bei 40€ nur noch gut jeder Zehnte. Oberhalb von 40€, also genau dort, wo der Markt heute steht, ist die Nachfrage nach einem Ersatz praktisch nicht mehr messbar.
Der Wechsel scheitert also nicht an fehlender Bereitschaft. Er scheitert daran, dass der Ersatz das Preisversprechen einlösen muss, das ihn überhaupt attraktiv macht. Eine Alternative auf dem Preisniveau des Originals ist für die große Mehrheit kein Angebot.
Quelle: eigene Preiserhebung vom 31.08.2026 unter fünf bekannten Whey-Marken, Kilopreis gerechnet
Und eine Zahl zur Loyalität: Von 178 wechselbereiten Befragten gibt genau eine einzige Person an, unabhängig vom Preis beim Whey zu bleiben.
Es geht um Geschmack, nicht um Klima
Wenn über pflanzliches Protein gesprochen wird, läuft die Debatte fast immer über Nachhaltigkeit. Die Daten sagen etwas anderes. Gefragt, wie wichtig einzelne Faktoren für die Entscheidung gegen Whey sind, nennen 74% Geschmack und Konsistenz „äußerst wichtig“, 62% die Verträglichkeit, jeweils 61% den Preis pro Kilo sowie Zutaten und Gesundheit, 51% das Tierwohl und 23% Umwelt und CO2-Fußabdruck.
Umwelt und CO2 landen mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz. Ein Viertel der Befragten bezeichnet diesen Faktor sogar ausdrücklich als „überhaupt nicht wichtig“, der höchste Wert aller sechs Faktoren.
Besonders aufschlussreich: Dieses Ergebnis lässt sich nicht mit Alter erklären. Der Anteil, der Umwelt als äußerst wichtig einstuft, liegt bei den 18- bis 29-Jährigen bei 24%, bei den 30- bis 44-Jährigen bei 22% und bei den 45- bis 65-Jährigen bei 24%. Es gibt in diesen Daten keine klimabewusste junge Kohorte, die den Markt in Richtung pflanzlich zieht. Bemerkenswert ist dagegen der Abstand zwischen Tierwohl (51%) und Umwelt (23%): Das ethische Argument zieht, das ökologische kaum.
Dasselbe Bild in einer anderen Fragelogik. Die Befragten sollten 100 Punkte auf die Eigenschaften verteilen, die eine Alternative bieten müsste, damit sie dauerhaft wechseln. Auf besseren Geschmack und bessere Konsistenz entfallen im Schnitt 28,8 Punkte, auf einen niedrigeren Preis 23,1, auf einen höheren Proteingehalt pro Portion 17,4, auf bessere Verträglichkeit 16,9 und auf eine Marke, der man vertraut, 13,8 Punkte.
Geschmack und Preis vereinen zusammen rund 52 der 100 Punkte. Die Marke, also das, worauf die Branche den größten Teil ihres Marketingbudgets verwendet, kommt zuletzt.
Was daraus folgt: Der Wechsel vom Whey ist keine Wertefrage, sondern eine Produktfrage. Er wird im Mund entschieden und an der Kasse, nicht über Nachhaltigkeitskommunikation.
Der Preisvorteil hat die Seiten gewechselt
Pflanzliches Protein galt lange als das teurere, schlechter schmeckende Kompromissprodukt. Wir haben die Befragten auf einer Skala von 1 bis 5 einschätzen lassen, wie pflanzliche Proteinpulver im Vergleich zu Whey abschneiden. Der Wert 3 bedeutet gleichwertig, Werte über 3 bedeuten einen Vorteil für pflanzliches Protein. Die Verträglichkeit kommt auf 3,7, die Nährwerte auf 3,5, der Preis auf 3,4 und Geschmack und Konsistenz auf 3,3. Beim Preis sehen 47% die pflanzliche Variante vorn und nur 16% das Whey, beim Geschmack stehen 47% für pflanzlich gegen 28% für Whey.
Pflanzliches Protein liegt in der Wahrnehmung auf allen vier Dimensionen vor Whey, am klarsten bei der Verträglichkeit. Am bemerkenswertesten ist der Preis: Fast jeder Zweite hält die pflanzliche Alternative inzwischen für das günstigere Produkt. Das ist eine Umkehrung der jahrelangen Marktlogik und passt exakt zur Rohstoffentwicklung, denn pflanzliche Proteine sind nicht an den Milchmarkt gekoppelt und haben den Anstieg von 2026 nicht mitgemacht. Die Preislücke zwischen Whey und veganem Protein wuchs im selben Zeitraum von 48 auf 77%.
Quelle: ProteinDB-Preisdatenbank, 2026
Die einzige Dimension, auf der Whey nennenswert verteidigt wird, ist der Geschmack. Dort sagen 28%, Whey sei besser, der höchste Gegenwert aller vier Dimensionen. Zusammen mit den 74%, für die Geschmack das wichtigste Kriterium ist, ergibt sich ein präzises Bild: Der Preisvorteil von Whey ist weg, die Verträglichkeit war nie sein Vorteil, und der Geschmack ist die letzte Dimension, auf der ein nennenswerter Teil der Nutzer beim Whey bleibt.
Bemerkenswert ist dabei der Widerspruch in den Daten selbst. Im direkten Vergleich halten 47% pflanzliche Pulver geschmacklich für besser, und trotzdem ist Geschmack die meistgenannte Hürde in den offenen Antworten. Die offenen Antworten zeigen, woran das liegt: Viele beschreiben keine schlechte Erfahrung, sondern Unsicherheit. „Weiß nicht wie es schmeckt“, „Die Unsicherheit dass es nicht schmecken könnte“, „Ich müsste es erst testen“. Die Barriere ist also weniger der Geschmack selbst als die Erwartung an ihn.
Welche Alternativen tatsächlich infrage kommen
Unter den Befragten, die einen Wechsel nicht ausschließen, haben 51% Sojaprotein bereits probiert oder können es sich vorstellen, 46% Erbsenprotein, jeweils 39% Reis- und Kollagenprotein, 33% Mehrkomponenten-Pflanzenprotein, 30% Hanfprotein und 28% Eiklarprotein. 7% nennen keine der genannten Optionen.
Soja und Erbse führen das Feld an, was sich mit ihrer Verfügbarkeit und ihrem Aminosäureprofil erklärt. Auffällig ist Kollagenprotein: Es liegt mit 39% gleichauf mit Reisprotein, obwohl es als tierisches Protein gar keine pflanzliche Alternative ist und ein deutlich schlechteres Aminosäureprofil für den Muskelaufbau hat. Das deutet darauf hin, dass die Suchbewegung breiter und weniger informiert verläuft, als die Branche annimmt. Es geht nicht um „pflanzlich statt tierisch“, sondern um „irgendetwas anderes als Whey“.
Was die Nutzer selbst sagen
Zum Abschluss haben wir offen gefragt: „Was hält dich am meisten davon ab, komplett auf pflanzliches oder alternatives Protein umzusteigen?“ 200 freie Antworten, thematisch codiert, wobei eine Antwort mehrere Themen enthalten kann. Geschmack und Konsistenz kommen auf 38 Nennungen, der Preis auf 37, fehlendes Wissen und Unsicherheit auf 30. Es folgen Nährwerte und Wirkung mit 14, Gewohnheit sowie Verträglichkeit mit je 11, „Nichts hält mich ab“ mit 10, Markenvertrauen mit 9 und Verfügbarkeit mit 7 Nennungen.
Die drei größten Blöcke sind bemerkenswert: Geschmack und Preis waren erwartbar. Der dritte Block, fehlendes Wissen, war es nicht. 30 Befragte nennen nicht ein Produktmerkmal als Hürde, sondern die eigene Unsicherheit. Typische Formulierungen: „Kenne ich zu wenig“, „Zu wenige Informationen“, „Weil ich nicht weiß, wie es genau wirkt“, „Noch nicht genug belesen um zu wissen welche alternativen am besten sind“, „Ich habe nicht die Zeit gehabt mich zu informieren“.
Das ist keine Produkthürde, das ist eine Informationshürde. Und sie lässt sich ohne Rezepturänderung abbauen.
Ebenfalls auffällig: Zehn Befragte antworten, dass sie überhaupt nichts vom Wechsel abhält. Einer schreibt: „Ich bin noch auf der Suche und suche das ideale Produkt. Ich habe schon einige Protein ausprobiert.“ Ein anderer: „Bis jetzt komme ich gut klar mit dem Protein. Warum sollte ich es dann ändern?“ Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der gesamte Markt.
Was das für den Markt bedeutet
Drei Schlussfolgerungen, die sich aus den Daten ableiten lassen:
1. Die Wechselbarriere ist sensorisch, nicht ideologisch. Wer glaubt, der Markt für pflanzliches Protein werde über Nachhaltigkeit gewonnen, liest die Nachfrage falsch. 23% Umweltrelevanz gegen 74% Geschmacksrelevanz ist keine knappe Entscheidung. Der Hersteller, der das Geschmacks- und Konsistenzproblem pflanzlicher Pulver löst, übernimmt einen Markt, der bereits offen dasteht.
2. Der Ersatz wird über den Preis entschieden, nicht über die Bereitschaft. Die Bereitschaft ist vorhanden, 89% schließen einen Wechsel nicht aus. Die Zahlungsbereitschaft für den Ersatz liegt aber bei der Mehrheit unter 30€ pro Kilo, während bekannte Whey-Marken im Handel zwischen 46 und 61€ kosten. Wer eine Alternative im Korridor zwischen 25 und 30€ anbietet, erreicht die Mehrheit dieser Gruppe. Wer sie auf Whey-Preisniveau anbietet, erreicht praktisch niemanden mehr.
3. Aufklärung ist der schnellste Hebel. Fehlendes Wissen ist mit 30 Nennungen die dritthäufigste Hürde, nach Geschmack mit 38 und Preis mit 37. Diese Gruppe ist nicht überzeugt vom Whey, sie ist nur nicht informiert über die Alternativen. Das ist die günstigste zu gewinnende Nachfrage im Markt.
Methodik
- Erhebungsmethode: Online-Befragung über das Umfragepanel Pollfish
- Feldzeit: 14. September 2026
- Grundgesamtheit: Personen in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren, die aktuell Whey-Protein nutzen oder früher genutzt haben
- Stichprobe: n = 200 vollständige Interviews (119 männlich, 81 weiblich, Durchschnittsalter 34 Jahre)
- Screening: Über eine vorgeschaltete Frage wurde die Whey-Nutzung erfasst. 48% nutzen Whey regelmäßig, 42% gelegentlich, 11% haben früher genutzt. Die Ergebnisse gelten damit für Whey-Nutzer, nicht für die deutsche Gesamtbevölkerung.
- Abweichende Basen: Die Fragen zu Alternativen, Preisschwellen und Entscheidungsfaktoren wurden nur den Befragten gestellt, die einen Wechsel nicht kategorisch ausschließen (n = 178). Dies ist in jeder betroffenen Grafik im Footer ausgewiesen.
- Statistische Fehlertoleranz: rund 7 Prozentpunkte bei n = 200 und rund 7,3 Prozentpunkte bei n = 178 (Konfidenzniveau 95%). Einzeldifferenzen unterhalb dieser Spanne sind nicht interpretierbar, bei Untergruppen ist die Spanne entsprechend größer. Der Wert gilt streng genommen für Zufallsstichproben. Ein Online-Panel ist keine Zufallsstichprobe, die Angabe dient daher der Einordnung der Größenordnung.
- Erhebung zur Preisbereitschaft: Die Frage nach dem Kilopreis, ab dem eine günstigere Alternative gewählt würde, erlaubte technisch mehrere Antworten. 84% der Befragten haben genau einen Preisbereich angegeben. Für die Auswertung wurde je Person der höchste genannte Preisbereich als maximale Zahlungsbereitschaft für die Alternative gewertet und daraus die kumulierte Kurve gebildet.
- Rundung: Alle Anteile sind auf ganze Prozent gerundet. Summen aus gerundeten Einzelwerten können dadurch um einen Prozentpunkt abweichen, etwa wenn 58,5% und 26,5% als 59% und 27% ausgewiesen werden, in der Summe aber 85% ergeben. Einzige Ausnahme ist der Wert 0,5%, der mit einer Nachkommastelle steht, weil er genau einer Person entspricht.
- Eigene Preiserhebung: Am 31.08.2026 wurden die Endkundenpreise von fünf bekannten Whey-Marken im deutschen Onlinehandel erfasst und auf den Kilopreis umgerechnet, da die Gebindegrößen zwischen 800 und 1.000 Gramm liegen. Erfasst wurde jeweils der reguläre Preis ohne Aktionsrabatte.
- Marktpreisdaten: Alle übrigen Preis- und Rohstoffangaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (top agrar mit Handelsdaten der Rabobank, ProteinDB) und sind an der jeweiligen Stelle einzeln ausgewiesen. Sie sind keine Eigenerhebung. Für Molkenproteinkonzentrate existieren keine öffentlichen Notierungen, die verwendeten Werte sind Handelsdaten einzelner Marktbeobachter.
Für Redaktionen
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Zitatbaustein zur freien Verwendung
„Der Rohstoff Molke ist von einem Abfallprodukt der Käseherstellung zu einer strategisch umkämpften Zutat geworden. Was wir in den Daten sehen, ist die Verbraucherseite dieser Entwicklung: Die Bereitschaft zum Wechsel ist da, 89% schließen ihn nicht aus. Aber eine Alternative muss unter 30€ pro Kilo kosten, um die Mehrheit zu erreichen. Was die Kategorie noch zusammenhält, ist nicht Loyalität, sondern der Geschmack und das Fehlen eines Ersatzes zum passenden Preis.“
Sportnahrung Engel, Whey-Report 2026. Pressekontakt: presse@sportnahrung-engel.de
Über Sportnahrung Engel: Sportnahrung Engel ist ein deutscher Anbieter für Sporternährung und Nahrungsergänzung und verkauft selbst Proteinprodukte, darunter Whey und pflanzliche Alternativen. Der Whey-Report 2026 enthält keine Produktempfehlungen und nennt keine Wettbewerbermarken. Die eigene Preiserhebung erfasst ausschließlich Produkte anderer Anbieter, nicht die eigenen.









