Falk "The Hulk" Monzel - Sportnahrung-Engel Athlet

Interview mit dem K-1 & Muay Thai Champion Falk Hulk Monzel aus Trier

Falk "The Hulk" Monzel

  • Deutscher WKU Pro K-1 Champion 2013
  • Deutscher WAKO Pro K-1 Champion 2012
  • Deutscher AFSO K-1 Champion 2011, 2012
  • Deutscher IFMA (Muay Thai) Meister 2011, 2013

Steckbrief Falk "The Hulk" Monzel:

Geburtsjahr: 1984
Größe: 182 cm
Nationalität: deutsch
Training seit: 1998
Körpergewicht: 83g 
Lieblingsübungen: Burpees
Trainingsphilosophie: Pain is temporary Pride is for ever
Lieblingsathleten: Mike Tyson
Lieblingsessen: Steak mit Zwiebeln, Reis und Salat
Hobbies: Kraftsport, Street-Workout
Fitness-Studio: Chorakee-Gym, Fitnessstudio Kaufmann

Interview Falk "The Hulk" Monzel

SE: Mittlerweile bist du weit über die Grenzen von Trier hinaus bekannt. Erzähle uns wie es dazu kam, wann und wodurch du mit Kampfsport begonnen hast und welche Erfolge du bereits hattest?

Falk: Im Alter von acht Jahren habe ich mit Karate begonnen. Durch die meiner Meinung nach zu streng geregelten Abläufe dieses Sports verlor ich aber nach einem Jahr wieder das Interesse. Dann spielte ich ein paar Jahre lang Fußball.

Meine wahre Leidenschaft fand ich dann aber, als mein Bruder mich mit 13 Jahren zum Kickboxen mitnahm.

Den 1. Dan (Schwarzgurt), also die erste hohe Graduierung in diesem Sport, erreichte ich mit 18 Jahren. Damals kämpfte ich  Pointfighting, eine Art Punkte-Fechten als Kampfdisziplin - jedoch auch nicht meine Welt. Also stieg ich auf Vollkontakt Kickboxen um, das heißt Faustschläge, Kicks auf Körper und Kopf und je nach Reglement auch Kicks auf die Oberschenkel (Low-Kicks).

Nach ein paar Kämpfen bot meine Kampfsportschule zusätzlich das Muay Thai, bei uns auch Thai Boxen genannt, an. Im Gegensatz zum Kickboxen sind im Thaiboxen zusätzlich Clinch, Knie und Ellebogentechniken zum Kopf, Bein und Körper erlaubt.

Nach zwei erfolglosen Kämpfen wechselte ich meine damalige Schule. Da ich im Thaiboxen weiter vorankommen wollte, suchte ich mir eine Schule in der ich mit einem erfahrenen Wettkampftrainer und anderen Wettkämpfern trainieren konnte.

So fand ich zum Chorakee-Gym in Trier. Dort sammelte ich unter Trainer Stefan Reiter schnelle Erfolge im Thaiboxen und K1. (K1 ist eine Mischregel aus Kick und Thaiboxen, in der Kicks, Knie und Box jedoch keine Ellbogentechniken erlaubt sind – also wie das Kickboxen, nur mit zusätzlich Knie Techniken zu Kopf und Körper !)

Mittlerweile besitze ich mehrere Deutsche Titel in Amateur sowie verschiedenen Profi Verbänden. So bin ich:

  • Deutscher WKU Pro K-1 Champion 2013 
  • Deutscher WAKO Pro K-1 Champion 2012
  • Deutscher AFSO K-1 Champion 2011, 2012
  • Deutscher IFMA (Muay Thai) Meister 2011, 2013
  • Europa Cup (Muay Thai) Dresden 2011, 2.Platz

Seit 2013 kämpfe ich auch auf internationaler Ebene. Europa- und Welttitel sind mir aber nicht von großer Bedeutung. Es gibt so viele Verbände in diesem Sport, dass diese meiner Meinung nach zum Einen nicht alle unbedingt von Qualität zeugen und deine Gegner in Kämpfen, in denen es nicht um einen Titel geht, oft härter und besser sind.

SE: Wie sieht denn dein Trainingspensum aus, wenn du dich auf einen Kampf vorbereitest. Wie oft musst du in der Woche schwitzen? 

Falk: In Vorbereitungszeiten trainiere ich ca 5-6 Wochen vor dem Fight,  an 5-6 manchmal 7 Tage die Woche, teilweise auch 2x pro Tag. Die Trainingseinheiten sind mit Waldläufen, Thai/Kickbox-Training, reinem Boxtraining, Schwimmen, Intervallen, Schnellkrafttraining ausgelegt. Aber auch Massagen zur Regeneration gehören zum Programm.

In den ersten 2 Wochen muss man sich erst einmal an den hohen Trainings Rhythmus gewöhnen. Du musst einfach gewillt sein mehr zu tun. Man muss sich  auf seinen Gegner, auf sein Ziel, auf seinen Kampf fokussieren. Hier spielt vor allem die Psyche eine sehr große Rolle.

Ab der dritten Woche wird es konditionell anspruchsvoller. Viel Seilspringen, Sprints beim Laufen und Sparringskämpfe (Trainingskämpfe) werden ins das Training eingebaut.  

Spätestens in der vierten Woche solltest du dir dann Gedanken machen wie du dein restliches Gewicht, was du noch zu viel hast, runter bekommst. Wir kämpfen in Gewichtsklassen, meist liegen Wettkämpfer in der Nicht-Kampfzeit 4-6 manchmal sogar 10 Kilo über Ihrem Kampfgewicht. Bis zum Kampf oder besser gesagt bis zum Wiegen müssen die weg sein!!!

Ich muss mich also regelmäßig wiegen, um möglichst nahe an das Gewichtslimit zu kommen und hier auch zu bleiben. Das heißt bis zur letzten Woche vor dem Kampf fährst du dein Training zur Pyramide hoch.

Jetzt hast Du noch ca. 5-6 Tage, in denen der Fokus vor allem durch leichteres Techniktraining auf die Bewegungsabläufe und die Reflexe gelegt wird. 

SE: Gibt es einen speziellen Ernährungsplan an den du dich hältst bzw. wie ernährt sich der Kampfsportler optimal?

Falk: Ernährung ist auch als Kampfsportler sehr wichtig, da du mit hoher Intensität mehrere Tage hintereinander konditionell hart trainierst.  Du musst dich also so ernähren, dass dein Körper sich möglichst schnell und gut regeneriert. Da hilft viel Obst, Salat also Vitamine, Fleisch und Fisch, langanhaltende Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) wie Nudeln oder Reis und viel Wasser. Gift ist hier Fettreiches wie Pommes, Bratwurst - das ist Ballast und macht müde. Deine Mahlzeiten müssen ausgewogen sein.  

Meinen Ernährungsplan habe ich inzwischen im Kopf. Wenn ich z.B. mit der Vorbereitung beginne, ernähre ich mich viel von Kohlenhydraten, Fleisch, Salat und Gemüse. Das Fett am Fleisch ist in dem Fall sehr gut, da mein Körper hierdurch auch gegen evtl. anfallende Erkältungen während der intensiven Vorbereitungszeit geschützt wird. Gegen Ende der Vorbereitung, also wenn es auf den Kampf zugeht und ich Gewicht verlieren muss,  ernähre ich mich viel von Fisch und purer Zitrone, da das die Verbrennung fördert. Die Mahlzeiten werden kleiner und wenn ich Hunger verspüre, kipp ich nen Liter Wasser ein.

SE: Wie motivierst du Dich für das harte Training und die Wettkämpfe?

Falk: Vor Jahren war es so, dass ich nur kämpfen und gewinnen wollte. Man will einfach der Beste sein bzw. werden, aber irgendwo ist immer Einer der einfach  noch stärker ist. Deshalb verlieren auch viele die Lust, wenn sie einen Kampf heftig verlieren.

Inzwischen motiviere ich mich vor allem damit, dass ich meine Hingabe zum Sport mit Leuten teile. Viele fragen, sind begeistert und unterstützen mich.  Das motiviert!!! Dann trainierst du hart und wenn man einen Kampf gewinnt, sind die Glücksgefühle so groß, dass du es wieder erleben willst.

SE: Wie bereitest du dich auf einen Wettkampf vor?

Falk: Das Training ist in der Vorbereitungszeit härter und intensiver, Es beginnt ca. 5-6 Wochen vor einem Kampf. Der Körper braucht viel Kondition, Kraft-Kondition, Taktik und Koordination. Es werden Videos von Kämpfen des Gegners angeschaut. Dementsprechend werden spezielle Box-Kick-Kombinationen einstudiert und dadurch gezielt auf den bevorstehenden Kampf hin gearbeitet, sodass dein Körper im Kampf auch reflexartig reagiert und agiert. Taktik spielt hierbei eine große Rolle, denn wenn du nur ohne Überlegung boxt, kämpfst Du stumpf und ohne Plan. Es kann gut gehen, aber man sollte seinen Körper auch möglichst schonen, um von Verletzung frei zu bleiben. Wenig Verschleiß bringt lange Lebensdauer! Also musst Du schlau kämpfen und deinen Körper nicht verheizen.

SE: Welche Wettkämpfe sind für die Zukunft geplant und was ist dein Ziel?

Falk: Am 20. September kämpfe ich in Bad Blankenburg auf einer Kampfsportgala in einem  „Superfight“ gegen Ömer Kocak, ebenfalls ein starker Mann aus Deutschland.

Am 18. Oktober bestreite ich dann den Hauptkampf auf einer Gala in Darmstadt, bei der  sehr bekannte und starke Kämpfer aus ganz Deutschland antreten. Mein Gegner ist der Veteran Tyrone Priest West, der dort seinen letzten Kampf bestreitet und das gegen mich. Also Geschenke zu verteilen hat er mit Sicherheit nicht.

Weitere Kämpfe sind noch in Planung, soweit ich hoffentlich von schwereren Verletzungen verschont bleibe.

SE: Trotz deiner noch jungen Karriere, was ist dein bisher persönliches Highlight gewesen?

Falk: Mein persönliches Highlight war es, hier in Trier auf einer großen Bühne vor dem Trierer Publikum zu kämpfen. Das konnte ich 2013 auf Nox-Gladiatorum in der Arena.

Meine Aufregung war größer als sonst, da ich meist weit außerhalb meiner Heimat kämpfe. So konnten Leute mich fighten sehen, die sonst immer nur davon hören, aber nie gesehen haben was dahinter steckt, wie hart dieser Sport ist. In einer Arena, in einer Gladiatoren-Stadt, als eine Art Gladiator der Neuzeit zu kämpfen: Das war einfach der Hammer!!!

SE: Was für Interessen hast du außerhalb des Kampfsports?

Falk: Ich interessiere mich für viele andere Sportarten. Auch am Kraftsport bin ich interessiert. Es macht mich jedoch leider zu schwer und unbeweglich, genau das was man in meinem Sport nicht gebrauchen kann, schade.

Wegen einer Verletzung bin ich mal eine Zeit dem Thaiboxen fern geblieben. Ich hab dann viel Kraftsport betrieben und bin innerhalb von kurzer Zeit auf 93 Kilo hochgeschossen - mein Kampfgewicht ist 83 Kilo :-).

Manchmal betreibe ich auch Streetworkout. Du trainierst z.B. auf einem Spielplatz an Gegenständen, also mit eigenem Körpergewicht ohne Geräte…sehr anstrengend, aber macht jede Menge Spaß. 

SE: Hast Du Tipps und Ratschläge für Einsteiger?

Falk: Ich rate jedem begeisterten Einsteiger, niemals diesen Sport mit dem Hintergedanken zu beginnen, irgendwann sein Geld damit verdienen zu können. Die wenigsten Kämpfer bestreiten so ihren Lebensunterhalt. Bei mir ist es mittlerweile eine Art „Halbprofi-Sache“. Obwohl ich als Profi kämpfe, verdiene ich nicht genug um davon leben zu können.

Jeder der mit dem Sport beginnt, talentiert ist und schnelle Fortschritte macht, sollte auf dem Boden bleiben, also seid hart und fair! 

SE: Zum Abschluss hast du noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.

Falk: Mich freut es immer wieder sehr, wenn sich Leute für mich und meinen Sport interessieren. Viele nehmen weite Strecken auf sich um mich anzufeuern, Ich freue mich immer über jeden Einzelnen der mich anfeuert, egal wo es auch ist. Ihr macht mich STARK und gebt mir Mut und Antrieb. In diesem Sinne: Let`s go Green.

Wer auf dem Laufenden bleiben will was meine Kämpfe und Training betrifft, kann sich regelmäßig auf meiner Seite umschauen:

www.facebook.com/FalkHulkMonzel

www.chorakee.de

Bild: Frank Martini Photography