Abfälschungsprinzip

“Das Abfälschungsprinzip beruht darauf, dass man zunächst so viele Wiederholungen wie möglich absolviert. Bei momentanem Muskelversagen, also wenn keine weiteren Wiederholungen mehr möglich sind, wird der Satz aber nicht beendet, sondern man fälscht die korrekte Technik gerade so viel ab, dass man noch einige zusätzliche Wiederholungen schafft. Das Abfälschen wird auch als „cheating“ oder „mogelnde Wiederholungen“ bezeichnet.” 
Quelle: „1 Satz Training“ von Dr. Dr. Jürgen Gießing

Das Abfälschen entlastet jedoch nicht die Muskeln, sondern beansprucht diese mehr. Ziel ist es, die Muskeln belastbarer zu machen. Die genaue und exakte Ausführung der entsprechenden Übung wird nur dann abgefälscht, wenn nach dem Beenden eines Satzes noch ein oder zwei Wiederholungen angeschlossen werden. In jedem Fall wird nicht die ganze Übung nach diesem Prinzip ausgeführt, sondern man wendet es ausschließlich am Ende eines Satzes an, um noch ein bis zwei Wiederholungen machen zu können. Ziel ist es den Trainingsreiz zu erhöhen, was man an einem Beispiel beim Bizepscurl mit einer Langhantel gut veranschaulichen kann. Dabei wird bei Annäherung an einen 90 ° des Beugewinkels das Zurückschwingen des Oberkörpers erzielt und damit eine hinzukommende Hantelbeschleunigung in Richtung oben. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Oberarm während der Durchführung nach vorn anzuheben, denn somit wird der Lasthebel verkürzt. Das Abfälschungsprinzip steht aufgrund der nicht geringen Verletzungsgefahr in der Kritik. Es ist grundsätzlich sicher nicht für Anfänger zu empfehlen, sondern sollte nur unter professioneller Anleitung bzw. von erfahrenen Kraftsportlern durchgeführt werden. Diese haben schließlich im Laufe ihrer Trainingsjahre bereits gelernt ihre Muskeln zu kontrollieren. Es bedarf einem ausgeprägten Körpergefühl bzw. Körperbewusstsein, sich an diese Trainingsmethode heranzutasten. Wichtig ist auch, dass zunächst einmal die jeweiligen Sätze korrekt und routiniert ausgeführt werden können. Erst dann kann man sich der Methode annehmen. Einsteiger  trauen sich in einer anfänglichen Trainingseuphorie häufig mehr zu, als sie wirklich leisten können und gerade dann ist das Verletzungsrisiko enorm hoch.

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